Ein Monat lang ohne eine Meldung – das entspricht leider mal wieder nicht meinen Vorstellungen! Nach meiner letzten Selbsthilfelektüre „Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte“ sollte ich dringend an meiner Disziplin und Willenskraft arbeiten. Dazu hätte ich wirklich kein Buch lesen müssen. Nach dem Autor, auch Worlds Most Trusted Leadership Advisor genannt, sind mein Problem dabei die „Krankheit Ausrede“. Aber das ist keine Krankheit!

Wie soll ich denn ein Blog „Baby in San Francisco“ schreiben, wenn unsere Tochter 13 Monate alt ist (also gerade den Sprung zum Kleinkind geschafft hat) und wir den Sommer in Deutschland (ca. 9000 km von San Francisco entfernt) verbringen? Ich habe schon an eine Namensänderung gedacht, aber so richtig lohnt es sich nicht, denn wir werden wieder zurückfliegen, und dann dauert es nicht mehr lange, bis wir ein Baby in San Francisco haben. Außerdem braucht dieses Baby meine volle Konzentration hinsichtlich Namensfindung.
Kurz gesagt: babyinsanfrancis.co bleibt.

Wellness im Hotel Großmama

Wellness im Hotel Großmama

Wir sind jetzt seit vier Wochen in Deutschland, und natürlich vermisse ich San Francisco: am meisten meinen Freund, dann das Wetter und das Meer. Aber vor allem merke ich, wie sehr ich in Deutschland zu Hause bin: Auf den Spielplätzen sind Mütter mit ihren Kindern, mit denen ich mich gut verstehe, keine chinesischen oder mexikanischen Nannies, die auf ihrem Smartphone herum tippen.

Beim Vorgespräch im Kindergarten mit Claire entsprach der Kindergarten so genau meinen Vorstellungen, dass ich mich freuen würde, sie dorthin zu schicken. Das war in San Francisco ganz anders. Aus irgendeinem Grund legt man dort bereits ab 3 Monaten wert auf frühkindliche Bildung. ich wünsche mir für Claire einfach einen liebevollen Rahmen, in dem sie die Welt entdecken kann. Das Lösen irgendwelcher Aufgaben, das Erfüllen von Erwartungen und der Fokus auf Funktionieren kommt meiner Meinung nach früh genug.

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Skypen mit Claire’s Papa

Auch die ärztliche Betreuung rund um die Schwangerschaft ist mir in Deutschland wesentlich lieber. Ich kenne und verstehe den ganzen Ablauf, die Ärzte, den Abrechnungsmodus und freue mich einfach auf das Baby. In San Francisco versuche ich primär, mich unauffällig zu verhalten. Denn es geht kaum um das Baby, sondern um mögliche Vorsorgeuntersuchungen. Mir fehlt die eine oder andere Vokabel, vor allem aber das Verständnis für den Sinn. Für mich verursachen die Untersuchungen vor allem Kosten, denn außer einem Schwangerschaftsabbruch kann man nichts machen, egal welches Ergebnis man bekommt. Und ich bin inzwischen kostensensibel, wenn es um medizinische Versorgung in Kalifornien geht: meine erste Ultraschalluntersuchung (ohne Champagner, roten Teppich oder Livemusik) kostete etwa 2000,00$. Zugegeben, nach dem positiven Schwangerschaftstest hatte ich keinen guten Start mit der Suche nach einem geeigneten Arzt. Ich verbrachte rund eine halbe Stunde damit, einen Gynäkologen in San Francisco zu finden. Ich dachte „Gynecologist“ wäre das richtige Schlagwort. Dieser Arzt ist für alle Frauengeschichten außer Schwangerschaft und Geburt zuständig. Dieses Gebiet betreuen die Geburtshelfer, „Obstitritians“. Während ich diese interessante Aufteilung ermittelte, fühlte ich mich nicht besonders intelligent.

Das ist in Deutschland besser. Das allerbeste hier sind aber, für mich, die Menschen. Hier leben meine Lieblingsmenschen. Wir kennen uns schon ewig, vertrauen uns, verstehen uns, können miteinander über alles reden und über fast alles lachen. Und vor allem: ich kann auch sagen, was gerade nicht gut läuft, was ich in meinem Leben ändern will und wo ich nicht weiter weiß. Diese Themen wären in Kalifornien deplatziert, die Leute wüssten gar nicht, was sie sagen sollten. Meine Freunde in San Francisco sind alle sehr positiv, lieben ihren Job, hätten gerne mehr Zeit für Sport und Familie, verbringen ausschließlich wundervolle Wochenenden und kennen nur empfehlenswerte Restaurants und Filme. Daran ist überhaupt nichts auszusetzen, aber ich brauche noch ein paar Coachings von Robin Sharma, bis ich so weit bin. Mindestens.

 

 

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