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Es ist noch zu früh, um etwas zu verraten, aber aus gewissen Gründen habe ich zur Zeit ein erhöhtes Schlafbedürfnis – und das heißt ich blogge nicht mehr, wenn Claire ihren Mittagsschlaf macht, sondern schlafe selber.

Dabei gibt es durchaus berichtenswerte Beobachtungen: Seitdem ich jeden Tag zwei Stunden mit Kind und Hund unterwegs bin, sehe ich die Freundlichkeit der Amerikaner anders: Der Hund bekommt die ganze Aufmerksamkeit „What a Cutie!“ oder noch besser „most adorable!“, dass ich zufällig noch ein Kind umgebunden habe, interessiert eigentlich nicht. Ich finde den Hund auch goldig, aber im Vergleich zu Claire… ganz falsche Prioritäten! Die Obdachlosen machen diesen Fehler nicht, sie scherzen mit Claire und mir, und wenn einer denn Hund erwähnt, dann nett „You are a beautiful family: a babe, a baby and a doggy“ oder „you have a devine combination, it can’t be more perfect, just like bacon and beans“.

Fashion for Claire

Fashion for Claire

Zum Trost für mich habe ich Claire ganz besonders süße Kindersachen gekauft, erst danach ist mir aufgefallen, dass die Preise durchaus Erwachsenenniveau hatten. Das letzte Mal, dass mir das passiert ist, war bei Schlichting in München, als ich Neugeborenensöckchen für 10,00 Euro gekauft habe. Angeblich sollten sie nicht von den Füßen rutschen, sind sie aber.

Zurück zu den Hunden: Die Leute in San Francisco mögen Hunde lieber als Kinder. Klar, so wird man bedingungslos geliebt und muss kaum Kompromisse machen. Jeden Freitagnachmittag treffen sich die Hundebesitzer unserer Nachbarschaft mit Wein und Kuchen im Park zu so einer Art Mutter-Kind-Gruppe. Unter der Woche gehen die Hundebesitzer arbeiten, und die Hunde kommen in eine Hundetagesstätte. Deshalb gibt es hier auch den Beruf Dogwalker. Dabei nimmt man etwa 20,00 $ pro Hund und Spaziergang und spaziert dann mit zehn Hunden. Das ist kein schlechter Stundensatz! Besonders clevere Dogwalker lassen sich auf ihrem Skateboard von den Hunden ziehen. Der Job hat nur eine Kehrseite: Wenn ein Hund sein Geschäft erledigt, muss man den Haufen sofort beseitigen.

Auf unseren Spaziergängen habe ich noch eine andere Erfahrung gemacht: Gesetzesbrüche. Und zwar zahlreiche, denn das Überqueren von Straßen ist für Fußgänger nur an markierten Stellen (Straßenkreuzungen) gestattet. Ich hielt das zunächst für einen Witz, es ist aber keiner. Wahrscheinlich eine Reaktion auf das mangelhafte Reaktionsvermögen der Autofahrer hier. Zwei Dinge muss man hier nämlich immer dabei haben, wenn man ins Stadtbild passen will: ein Getränk und ein Smartphone. Deshalb sind die Jogger und die Autofahrer hier sehr langsam.

Letztere könnten aber auch betrunken sein, denn Alkoholkontrollen sind verboten. Freie Bürger in ihren freien Fahrzeugen dürfen nicht angehalten und kontrolliert werden, wenn dazu kein konkreter Grund vorliegt. Weniger frei sind die Bürger, wenn es um den Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum geht. Zwar darf jeder draußen trinken, aber die geöffnete Flasche muss verdeckt sein, deshalb überall die schicken Papiertüten. Anderen Falls liegt das Busgeld bei 200,00 $. Ich sehe keinen Sinn darin. Vielleicht ist es Kunst, Christo?

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