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Good Old Germany! Claire und ich sind wieder gut gelandet. Allerdings sind weniger gut geflogen, was nicht am Piloten, sondern an Claire lag. Und das, obwohl wir dank des Meilenkontos meines Freundes in der Business Class saßen.

Claire ist gut angekommen

Dabei begann alles sehr gut: Sicherheitskontrollen trotz Babyfläschchen problemlos durchlaufen, umfangreiches Handgepäck plus Claire in den Flieger geschafft, Sitz gefunden und zwar neben einem sehr nett aussehenden Herren. Wenn man ein lächelndes Baby um den Bauch gebunden hat, sind alle Leute ausgesprochen freundlich. Und so kamen wir schnell ins Gespräch: er berät rund um Geothermie. Das ist für die Länder entlang des Pazifischen Feuerrings eine günstige Energiequelle, aktuell hätte er deshalb viel in der Türkei zu tun. Interessant, dachte ich mir, während Claire die Fernbedienung auf ihr geschmackliches Potenzial überprüfte. Ich freue mich immer, wenn regnerative Energien tatsächlich vorangetrieben werden.

Der Start verlief relativ problemlos, obwohl Claire ihre Flasche entschieden zur Seite schlug, da sie aufgrund der langen Wartezeit verstimmt war. Dafür konnte sie das Abendessen wieder versöhnen: der Flugzeugkoch hatte mit Karotten- und Zucchinistäbchen genau ihren Geschmack getroffen. Leider reichte ihr die Menge nicht. Doch als die ersten Tränen flossen, reichte ihr der nette Herr auch noch sein Gemüse. Ein Angebot, dass sie nicht ausschlagen konnte…

Mit dieser Grundlage im Magen, dachte ich, könnte man hervorragend schlafen. Claire war da ganz anderer Meinung. Schließlich war es mitten am Tag, Zeit die Sonne zu genießen! Leider war das nicht möglich, denn das Flugzeug war abgedunkelt, damit die Reisenden schlafen konnten. Unser Umfeld konnte das allerdings nicht, denn Claire schrie vier Stunden lang wie am Spieß, es sei denn, ich ging mit ihr spazieren. Davon hielten die Flugbegleiterinnen wenig. Ich sollte am Platz bleiben, sie würden Claire herumtragen. Obwohl sämtliche Stewardessen ihr Glück versuchten, schrie Claire unbeeindruckt weiter. Was tun? Schlaftablette ins Fläschchen? Mir taten die armen Geschäftsreisenden leid.

erst anreisen, dann ausschlafen!

erst anreisen, dann ausschlafen!

Dann war Claire’s tatsächliche Schlafenszeit gekommen. Sie machte sich auf dem ganzen Sitz breit und schlief fest und zufrieden. Ich schaute mir, auf dem Sitzende zusammengekauert, an, wie beim Segeln unter Umständen weder Ausrüstung, noch Erfahrung oder Kompetenz weiter helfen. Unser Ende war weniger tragisch: Wir landeten sanft, sogar fast 30 Minuten früher als angegeben. Unser Abholservice in Form meiner Mutter mit einer Art Begrüßungsfrüchtekorb funktionierte perfekt: kaum hatten wir den Frankfurter Flughafen verlassen, schlief Claire schon wieder.

Langsam machte ich mir Sorgen um meine Nachtruhe: Irgendwann ist Claire ausgeschlafen, und ich wollte in dieser Nacht sehr gerne schlafen. Und das dürfte ich auch, und zwar mehr als ich zu träumen gewagt hätte: volle neun Stunden von  eins bis zehn Uhr morgens – dieses Mal sind wir ohne Jetlag durchgekommen.Wenigstens das!

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