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Mir ist absolut nicht klar, wie mir jedes Jahr zum Jahresende die Zeit ausgeht.

Schnell noch ein Weihnachtsschnappschuss

Schnell noch ein Weihnachtsschnappschuss

Heute ist es wieder passiert: Auf Claires Adventskalender (die Schokolade teilen uns ihr Vater und ich) steht die 23, und ich bin noch nicht so weit:
Unser Weihnachtsbaum ist weder geschmückt noch weiß ich genau, womit ich ihn schmücken werde. Ich weiß, dass ich eine Weihnachtswanderung machen möchte, allerdings noch nicht wo. Ich werde auch etwas besonderes kochen, allerdings weiß ich noch nicht was und habe eine leeren Kühlschrank (eine Rarität in den USA). Zum Glück brauchen wir keine Geschenke, denn ich bin schon mit der Weihnachtspost, die ich wirklich gern schreibe, voll ausgelastet. Natürlich verschicken wir keine Rundbrief mit den Schlagzeilen unseres Jahres, sondern persönliche Grüße. Es geht ja nicht um eine Bekanntmachung sondern um das persönliche Verhältnis…

Unsere Wohnung ist noch nicht weihnachtssauber. Und in den Bereichen, wo sie sauber ist, hat mein Freund geputzt. Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?

Unser kleines Mädchen ist jetzt fast acht Monate alt, und das heißt sie kann sich auch mal mit sich selbst beschäftigen. Besonders, da sie gewisse Unterhaltungsmöglichkeiten hat. Sie kann sehr zufrieden auf einer Decke sitzen und ihr Spielzeug wahlweise von einer Hand in die andere geben, mit der Zunge inspizieren oder fallen lassen. Das macht sie aber nur, wenn ich in der Nähe bin, ansonsten gibt es ein Herz zerreißendes Geschrei.

Ein weiteres Problem: Claire sitzt und steht sehr gerne, kann sich aber weder hinsetzen noch hinstellen. Sie bemüht sich überhaupt nicht, sondern schreit so lange, bis ich ihr helfe. Leider kann ich das Geschrei nicht ertragen…Claire kann gut frei sitzen und stehen, solange sie sich festhält. Wenn ich nicht aufpasse, gibt es immer mal wieder einen lauten Plums aufs Parkett. Ihr armer Kopf!

Down-Selling?

Down-Selling?

Aus lauter Verzweiflung auf der Suche nach einer weichen Unterlage, die ich einfach nicht finden konnte, habe ich ihr ein Hundekörbchen gekauft. Sehr weich und kuschelig mit einem Kopfkissen in Knochenform und einer Bettdecke. Aus meiner Sicht ist der einzige Nachteil, dass es ein bisschen klein ist. Mein Freund findet, dass man für seine Tochter kein Hundekörbchen kauft.

Früher oder später meint Claire, es sei nun an der Zeit, von mir herumgetragen zu werden. Ein schönes Gefühl für mich: Ich halte sie im Arm, ihr Kopf an meiner Wange. Aber so wahnsinnig produktiv ist es nicht. Claire schätzt es sehr, auch gerne alle paar Stunden nachts. Und deshalb zeigt sie lautstarkes Durchsetzungesvermögen. Das spricht für Charakterstärke, oder?

Man könnte es aber auch so interpretieren, dass es eher das Resultat meiner Schwäche ist. Ich muss endlich mit der Erziehung beginnen, ihr zeigen, wo es langgeht: Nachts wird geschlafen, tagsüber gespielt, und wann gekuschelt wird, bestimme ich! In der Theorie finde ich den Ansatz ganz gut, aber…

Zusammengefasst: Was auch immer ich tue, ich könnte besser sein. Und sollte viel mehr schaffen. Ich versuche, mir keine Vorwürfe zu machen, sondern das Glück mit Claire zu genießen. Außerdem könnte man sagen, dass ich eine verantwortungsvolle Aufgabe habe: Ich bin so einer Art Fluglotse. Nur dass in meinem Fall kein Flugzeug, sonder Claire abstürzt, wenn ich nicht aufpasse.

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