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Dieses Jahr erlebe ich zum ersten Mal Weihnachten mit meiner eigenen kleinen Familie. Das fühlt sich an wie ein Sechser im Lotto!

Santa Claire

Santa Claire

So ganz einfach sind die Rahmenbedingungen aber nicht. Denn mein Freund hat keinen christlichen Hintergrund, ist aber aufgeschlossen gegenüber neuen Familienritualen. Besonders wenn sie so gut riechen, klingen und schmecken wie die meisten Weihnachtsbräuche. Claire ist sieben Monate alt und erforscht die Welt – mit oder ohne Weihnachtsbaum, Plätzchen, Liedern, Kerzen und Geschenken. Für mich gehört Weihnachten dagegen zum Jahresrhythmus dazu: Als ein Fest der Liebe, zu dem man sich klar macht, was einem die Menschen um einen herum bedeuten. Und auch, wieviel sie zum Gelingen des Jahres beigetragen haben: Kunden, Kollegen, Menschen im Alltag. Ich habe in diesem Jahr mehr Hilfe gebraucht als sonst: Mit einem kleinen Baby braucht man oft eine helfende Hand, beispielsweise zum Türe aufhalten, jemand der tröstet oder berät. Und es war immer jemand da! Deshalb bin ich in Weihnachtsstimmung.

Fototermin mit Santa Claus

Fototermin mit Santa Claus

San Francisco trägt nicht sehr viel dazu bei: hier gibt es keine Adventskalender (ich habe einen in einem World Market gefunden – made in Germany), keine Adventskränze, keine Tannenzweige, keinen Weihnachtsmarkt (irgendwo bestimmt schon, hier gibt es alles!), keinen Glühwein, keine Schokolädennikoläuse und Zimtsterne im Supermarkt, keinen Schnee und auch nicht dieses geschäftige Treiben der Vorweihnachtszeit: heimliche Weihnachtsvorbereitungen, Vorfreude, Abschließen des Jahres.

Soweit ich das erkennen konnte, steckt der Nikolaus auch nichts in die Stiefel. Die Berge verschiedenster Schokoladennikoläuse, die in Deutschland ab Oktober in jedem Supermarkt stehen, gibt es hier nicht. Aber Santa Claus gibt es schon! Wo man ihn überall trifft, weiß ich noch nicht. Aber auf jedem Fall ist er in verschiedenen Einkaufszentren unterwegs, damit sich Kinder auf seinem Schoß fotografieren lassen können. Ich glaube eigentlich nicht, dass die Eltern hier ihren Kindern von der Rute erzählen, aber nicht alle Kinder sitzen gern bei Santa Claus! Was diesen Brauch angeht, passen wir uns an San Francisco an: Claire wird auf Santa’s Schoß fotografiert! Sie müsste es eigentlich mögen, so ein schöner, weißer Bart ist einfach interessant. Ob man sich wohl daran festhalten kann, wenn man sich hintstellen möchte?

Einige Weihnachtsbräuche gibt es auch hier: Weihnachtskarten sind sehr wichtig. Dabei handelt es sich um aufwendig gestaltete, hochwertige Karten, in denen ein liebevoller Spruch steht. Man muss dann bloß nach „Love“ und seinen Namen darunter setzen.

Religiös rüscksichtsvolle Weihnachtskarte

Religiös rüscksichtsvolle Weihnachtskarte

Besonders tolerante Menschen verschicken statt Weihnachtsgrüßen lieber „Seasons Greetings“ – man will ja um Gottes Willen niemand religiös diskriminieren! Und Weihnachtsdekoration! Wenn ich den Wunsch hätte eine kleine Golden Gate Bridge oder die Simpsons an den Weihnachtsbaum zu hängen, es wäre überhaupt kein Problem!
Geschenke zu Weihnachten gibt es hier, genau wie in Deutschland, oder sogar noch mehr. Aber in meiner kleinen Familie nicht, weil mir der Brauch nicht gefällt: zu viel Unruhe und zu viel unnötiges Zeug. Nächstes Jahr, wenn unsere kleine Tochter mehr mitbekommt, wird sich das sicher ändern!

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