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Claire und ich mit Blaulicht

Claire und ich mit Blaulicht

„Es ist besser zu bedauern, was man getan hat, als was man nicht getan hat“ ist eines der Sprichwörter, die ich voll und ganz unterstütze. Gestern habe ich mich leider nicht daran gehalten, und heute bedauere ich, dass ich einem Polizisten weder einen Kuss noch eine Kiste Wein gegeben habe. Und zwar nur, weil man das mit Personen im Amt nicht macht. So ein Blödsinn!

Woher dieses Bedürfnis? Eine plötzliche Vorliebe für Uniformen? Nein, ich habe einen besseren Grund: Wir haben den Samstag voll ausgenutzt: Erst Babyschwimmen, dann ein Crab Brunch, direkt am Wasser in Sausalito und danach zu unserer Lieblingswinzerei J’s, um ein paar Bestellungen abzuholen und natürlich auch um zu probieren und mit Freunden anzustoßen. Wobei ich dank Stillen und Erkältung verzichtet habe, und deshalb bei der Rückfahrt das Steuer übernommen habe.

Good Old Jeep

Good Old Jeep

Highway 101, Sonnenuntergang, ein offener roter Jeep, es fehlten nur noch die Surfbretter hinten drin. Trotz Kindersitz, Claire und jeder Menge Wein fühlte ich die große Freiheit, Sonne und Wind. Freie Straße, bergab: eine gute Gelegenheit um zu testen, wie schnell unser alter Jeep noch fahren kann! Es folgte ein ordentlicher Knall, der Wagen begann stark zu ruckeln, hinter uns eine Rauchwolke. Ich hatte sofort eine gute und eine schlechte Nachricht: Zuerst die schlechte: Wir fuhren auf der linken Spur. Dann die schlechte: ich hatte den Wagen zwar unter Kontrolle, aber wir rollten nur noch. Wenigstens war der Mittelstreifen einigermaßen breit.

Claire's Geschenk der California Highway Patrol

Claire’s Geschenk der California Highway Patrol

Gut, wenn man einen Ingenieur neben sich hat! Ich dachte an einen geplatzten Reifen, er an einen gebrochenen Transformator. Es war schnell zu sehen, dass mein Freund recht hatte. Verdammter Mist! Mit Baby im offenen Auto auf dem Mittelstreifen in der Dämmerung mit zunehmender Kälte… Zum Glück war die ganze Geschichte vor den Augen eines Polizisten passiert, der an sich eine Geschwindigkeitskontrolle durchführte. Er kam zu uns, sah gleich was passiert war und hatte sofort einen Rettungsplan: Er würde die Autobahn sperren, unseren Jeep mit seinem Wagen über die Autobahn schieben, und dort war zufällig eine Hütte der Highway Patrol, in der ich Claire stillen konnte. Sie kündigte deutlich Bedarf an.

Eine Viertelstunde später war die Vierspurige Autobahn komplett gesperrt und unsere Familie konnte die Straße queren. Während mein Freund den Abschleppdienst kontaktierte und sich mit dem Polizisten unterhielt, konnte Claire in Ruhe essen. Danach war sie gut gelaunt, lachte mit dem netten Polizisten, der bald durch einen weiteren Streifenwagen Unterstützung bekam.

 nur noch eine blaue Jacke!

nur noch eine blaue Jacke!

Zusammen warteten wir auf den Abschleppwagen. Es dauerte ziemlich lange, während die Polizisten sich sehr nett mit uns unterhielten. Es ging nicht um Recht und Ordnung, sondern um Familie, Kinder, Reisen. Endlich kam der Anschleppdienst. Allerdings hatte er nur Platz für eine Person. Daraufhin bot der nette Polizist an, Claire und mich im Streifenwagen nach Hause zu fahren. Das waren bestimmt noch dreißig Kilometer. Damit nicht genug. Er lud auch sämtlichen Wein von uns ein.

Auf der Fahrt erklärte er uns sein Auto, und zum Schluss half er sogar beim Ausladen und schenkte Claire einen Wimpel von der California Highway Patrol. Mensch, und ich habe mich nur bedankt! Hoffentlich fällt mir noch ein Weg für ein besseres Dankeschön ein.

Aus Deutschland kenne ich die Polizei eher als Ordnungshüter, meistens in Verbindung mit einem Strafzettel. Nach meinen Erfahrungen hier geht es den Polizisten nicht um Strafen, sondern um Menschen. Ich bin einfach nur sehr dankbar und sehr beeindruckt.

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